Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei appellieren an die Bürger


Sommerliche Temperaturen und die bessere Wasserqualität der natürlichen Gewässer in Düsseldorf locken jetzt wieder so manchen Bürger zum Bad ins kühle Nass. Doch das erfrischende Vergnügen am Baggersee birgt Gefahren in sich. In Düsseldorf sind die Baggerseen und der Rhein Ziel von Badefreunden, die sich mit einem Sprung ins kühle Nass dabei aber allzu oft leichtsinnig in Gefahr bringen. Vertreter von Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei weisen deshalb auf die Gefahren hin: Auch geübte Schwimmer können bei Unterströmungen in Schwierigkeiten geraten.
Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Nach Angaben der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verloren 2008 insgesamt 475 Menschen bei Wasserunfällen ihr Leben, das waren 12,3 Prozent mehr als im Jahr 2007. Laut der DLRG-Statistik ereigneten sich mehr als 90 Prozent der 475 tödlichen Wasserunfälle im Binnenland - Flüsse, Seen und Teiche gelten dabei als die größten Gefahrenquellen. So ertranken allein in Flüssen und Seen 350 Menschen. In Kanälen und Hafenbecken kamen 49 Menschen ums Leben. Von 2001 bis 2008 sind laut DLRG-Statistik in Deutschland 3.988 Männer, Frauen und Kinder ertrunken - also fast 500 Menschen pro Jahr.
Eltern sollten ihre Kinder an den Gewässern nicht aus den Augen lassen, besonders, wenn diese noch nicht schwimmen können.

Schwimmen im Rhein
Im Rhein ist das Schwimmen nach dem Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve in bestimmten Zonen verboten. So gilt 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen absolutes Badeverbot. An Brücken, Schiffs- und Fährlandestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf auf keinen Fall geschwommen werden.
Auch andernorts ist Baden im Rhein nach Angaben der zuständigen Wasserschutzpolizei nicht ungefährlich. Beispielsweise an so genannten Kribben, ins Wasser ragende Kiesflächen, die das Wasser bremsen, bilden sich oft gefährliche Strudel und Strömungen. Strömung herrscht auch in der Fahrrinne. Daher sollten Schwimmer eher am Rand des Stromes bleiben. Wenn ein Schiff vorbei fährt, zieht dieses das Wasser an. Der Eindruck des niedrigeren Wasserstandes verlockt Kinder, in den Baggersee zu waten. Unterschätzt wird die Gefahr des Rückschwalles: Das Wasser kehrt in Wellen zurück.

Schwimmen in Baggerseen
Tückisch sind Baggerseen, da sie durch Grundwasser gespeist werden. Dadurch ändern sich Wassertemperatur, Gestalt, Tiefe und Uferformation regelmäßig und drastisch. Wer ein Jahr später an einen vermeintlich bekannten Baggersee kommt, kann dort völlig andere Verhältnisse vorfinden. Wenige Meter vom Ufer weg herrschen oft eisige Wassertemperaturen. Dort kann es für jeden Schwimmer gefährlich werden.